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Die „Magdeburg-Wittenbergesche
Eisenbahn-Gesellschaft“

Geschichte

Die „Magdeburg-Wittenbergesche Eisenbahn-Gesellschaft“ (MWE) zählt zu den wenig bekannten privaten deutschen Eisenbahngesellschaften, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts an der eisenbahntechnischen Erschließung des mitteldeutschen Raumes beteiligten. Die Gesellschaft kam auf Initiative des damaligen Magdeburger Oberbürgermeisters Francke zustande und baute ab 1846 den ersten Schienenweg durch die Altmark von Magdeburg über Wolmirstedt, Stendal, Osterburg und Seehausen nach Wittenberge, wo die Eisenbahn nach Überquerung der Elbe Anschluss an die Berlin-Hamburger Eisenbahn hatte und auf diesem direkten Wege Magdeburg mit Hamburg verband.

Die zunächst 107, heute aber 109 Kilometer lange Strecke ist in mehreren Etappen fertig gestellt worden: Die Strecke von Magdeburg bis Seehausen wurde am 7. Juli 1849 eröffnet. Am 5. August 1849 folgte der Abschnitt von Seehausen bis zum Elbufer bei Wittenberge. Hier war eine Fähre in Betrieb. Die hölzerne Eisenbahnbrücke über die Elbe bei Wittenberge wurde am 25. Oktober 1851 fertig gestellt. Erst von diesem Tage an konnten die Züge von Magdeburg bis Wittenberge durchfahren. Nur einmal - als diese erste norddeutsche Eisenbahnbrücke erbaut und in Betrieb genommen wurde - stand die MWE kurz im Blickpunkt ungeteilten fachmännischen Interesses.

Die Strecke war eingleisig, die Brückenpfeiler aber schon so breit ausgebildet, dass neben die vorhandene noch eine Brücke für das zweite Gleis hätte gelegt werden können.

Wegen der zahlreichen Schiffe auf der Elbe, die mit Segeln ausgestattet waren und keine umlegbaren Maste besaßen, musste die Eisenbahnbrücke ein drehbares Teil bekommen, das die ungehinderte Passage der Schiffe erlaubte. Die fand stets in den Fahrplanpausen der Eisenbahn statt.

Nach den Vorstellungen der Eisenbahn-Gesellschafter sollte die Strecke nicht nur eine kurze Verbindung zwischen Magdeburg und Hamburg darstellen, sondern den profitablen Transitverkehr von der Nordsee nach Sachsen und Süddeutschland auf sich ziehen. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Die Rentabilität des Unternehmens entwickelte sich nicht entsprechend den Erwartungen der Aktionäre. Später war die Existenz der MWE jedoch wichtig, weil eine bis dahin unbedeutende Privatbahngesellschaft, die „Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn-Gesellschaft“ (MHE), sie im Jahre 1863 erwerben und darauf hin Streckenneubauten realisieren konnte (unter anderem die berühmte „Lehrter Bahn“ Berlin-Hannover), die ihr einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufschwung bescherten. Doch daran blieb die alte „Magdeburg-Wittenbergesche Eisenbahn“ weiterhin unbeteiligt.

Karte
Verlauf der MWE zwischen Magdeburg und Wittenberge über Stendal.
(Slg. W. List)

Elbebrücke
Zeichnung der hölzernen Elbebrücke und des Drehbrückenteils bei Wittenberge von 1851.
(Slg. W. List)
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