Die „Amerika-Linie“
(Berlin) - Stendal - Uelzen
Entwicklung nach 1945
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges 1945 durch die Zonengrenze getrennt, fand nur noch bis 1951 ein Zugverkehr über Salzwedel hinaus bis zur Grenze statt, an der der Bahnhof Bergen/Dumme lag - der dazugehörige Ort befand sich in der Westzone. Für ihn wurde auf westlicher Seite als neuer Endpunkt der Strecke von Uelzen der behelfsmäßige Bahnhof Nienbergen eingerichtet und für den Personenverkehr im Jahre 1946, für den Güterverkehr erst 1948 in Betrieb genommen. Der Streckenteil bis Uelzen blieb zunächst zweigleisig erhalten. Das zweite Gleis wurde aber wegen des geringen Verkehrsaufkommens zwischen Wieren und Nienbergen in den Jahren 1951 und 1952 abgebaut.
Die gesamte zweigleisige Strecke auf der östlichen Seite der Grenze bis Stendal ist um diese Zeit demontiert und eingleisig mit Material von demontierten altmärkischen Kleinbahnen wieder aufgebaut worden. Entgegen der landläufigen Vorstellung, dass das Planum zwischen Salzwedel und der Grenze restlos beräumt wurde, war im Sommer 1989 durch persönliches Begehen am Rande der Sperrzone festgestellt worden, dass der Schotter noch immer an Ort und Stelle lag.
Auf dem Gebiet der damaligen DDR waren bis dahin - wie auch an der „Lehrter Bahn“ - die Gleise und Hochbauten, die Brücken und Formsignale seit Jahrzehnten fast unberührt. Zwar waren bis auf Ausnahmen die typischen Stellwerke zwischen Stendal und Salzwedel verschwunden, die als Wärterstellwerk an der einen Bahnhofsseite standen, während im Stellwerksanbau am Empfangsgebäude in der Regel der Fahrdienstleiter saß. Im Bahnhof Kläden stand beispielsweise solch ein Wärterstellwerk noch bis Mitte der 1990-er Jahre. Auch die Formhauptsignale waren fast vollständig erhalten, lediglich die Formvorsignale hatten längst den wartungsfreien Lichtvorsignalen Platz gemacht. In den Orten längs der Strecke hatten noch viele Betriebe und Einrichtungen ihr Anschlußgleis bzw. bedienten sich der Eisenbahn als Transportmittel für den Bezug von Roh- und Brennstoffen, Hilfsstoffen und Düngemitteln. So waren noch Nahgüterzüge unterwegs, die die Ortsgüteranlagen bedienten. In jenen Bahnhöfen, in denen es bereits keine Ortsgüteranlage mehr gab, dienten die noch vorhandenen Nebengleise zum Abstellen nicht mehr benötigter Güterwagen.

Blick auf den Güterbahnhof von Salzwedel.
(W. List/1992)

Reichsbahnflair strahlte diese Aufnahme des Salzwedeler Personenbahnhofes aus.
(W. List/1992)
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Steinfeld ist die erste Station auf dem Weg von Stendal nach Uelzen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme wurden an der Ladestraße überzählige Güterwagen abgestellt.
(W. List/1989)

Noch Mitte der 80-iger Jahre wurden Nahgüterzüge zwischen Saltwedel und Stendal mit Dampfloks der Baureihe 50.35 bespannt.
(W. List/ca. 1985)

Feldwegüberführung bei Hohenwulsch. Im Hintergrund sind die Widerlager der Brücke für die ehemalige Kleinbahn nach Peulingen erkenbar.
(W. List/1992)

Ein Personenzug nach Salzwedel hält in Meßdorf.
(W. List/1992)

Wie auf vielen Bahnhöfen wurde auch in Fleetmark eine Wasserstation am Bahnsteig errichtet. Ähnliche Einrichtungen gab es z.B. in Osterburg und Mahlwinkel.
(W. List/1992)
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